Entsorgt wie Abfall und dann ein Star!

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James Bond ist ein typischer Weltretter unserer Zeit [Foto: 123rf.com]

[Lesezeit ca. 7 Minuten]

Gestern ist mir eine krasse Geschichte passiert. Es ging mir ein wenig wie den Akteuren der Narnia-Story. Ich wollte mir ein Schauspiel ansehen und wurde plötzlich Teil davon. Hier ist mein Bericht:

Im Radio läuft Tim Bendzko – Nur noch kurz die Welt retten. Ich liebe die Musik und finde, ja, genauso ist es: Weltrettung ist gerade IN. Wer heute die Welt retten will, der hat eine ziemlich große Auswahl: Er kann einen amerikanischen Blockbuster à la James Bond oder Matrix Reloaded ansehen, sich im Umwelt- oder Tierschutz engagieren, den Müll trennen oder Anti-Nazi-Hoodies tragen.

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Jesus war weise und handelte wohltuend  [Foto: 123rf.com]

Ich bin allerdings heute auf der Spur einer ganz anderen Weltretter-Geschichte, die sich wirklich ereignet haben soll. Sie ist eins der am besten dokumentierten Ereignisse der Antike. Es geht um das Leben und den Tod von Jesus Christus. Durch diverse Schreiber der Bibel und auch durch viele Quellen außerhalb der Bibel sind sie bestens belegt. Keine andere Geschichte der Antike hat derart hohe Wellen geschlagen und so viele Menschen bis heute inspiriert. Sie wird täglich relevanter und hat eine unglaubliche Bedeutung in der heutigen Zeit.

Welcher Tacitus, welcher Aristoteles, welcher Platon könnte das von seinem Lebenswerk sagen? Sie alle haben interessante Gedanken gebracht, aber der Held, dem ich heute auf der Spur bin, hat Gutes gesagt und gehandelt. Aus 12 Jüngern wurden im Lauf der Zeit 2,4 Milliarden, die weltweit ihr Leben nach ihm ausrichten, manche etwas mehr und manche etwas weniger. Die Geschichte ist nicht nur nicht totzukriegen, sie nimmt sogar an Dynamik zu. Unglaublich! Faszinierend, bewegend und ansteckend.

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Die Ostergeschichte fasziniert heute Millionen Menschen [Foto: Kreativ-Agentur Zilly, Remchingen]

Ich möchte heute der Faszination der Ostergeschichte auf den Grund gehen und bin unterwegs, Jesu Christus zu begegnen, einer der einflussreichsten Personen der Zeitgeschichte. Ein Mann mit Ausstrahlung. Er ist DIE historische Person, bei der man sich keine Jahreszahlen merken muss, weil er die Zeitenzählung zur Umkehr brachte, das muss erst mal jemand hinbekommen! Ein absoluter Superstar und doch ganz einfach, sympathisch, ein Zimmermann, der die Bibel in und auswendig kannte, ein Wanderprediger, Fuß- wascher und Heiler. Ich bin ihm zu einem Zeitpunkt begegnet, als es ihm nicht gut ging, als er litt wie ein Hund, als sein Lebenswerk auf der Kippe stand, als sein ganzer Tross von Begleitern Zweifel an ihm hatte und sich von ihm zurückzog.

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Der Stuttgarter Ostergarten ist ein ganz besonderer [Foto: Kreativ-Agentur Zilly]

Ich stehe am Eingang eines sogenannten Ostergartens. Diese Einrichtungen gibt es dutzend- wenn nicht hundertfach überall in Deutschland. Es sind Erlebnisstraßen, meistens in Gemeindehäusern, die über mehrere Stationen das Leben im alten Jerusalem darstellen und erlebbar machen. Der Ostergarten den ich besuchte, ist einer der größeren und erstreckt sich über 1.000 m² in einem ausgedienten Gewächshaus in Stuttgart, Bad Cannstatt. Jesus ist überall präsent, über 200 Schauspieler, Musiker, Sänger, Tänzer und Guides engagieren sich hier, einige davon sind Jesusse.

Ich will mich neu entflammen lassen von dem Osterfeuer der Herzen. Ich bin seit vielen Jahren Christ und kennen die Ostergeschichte in- und auswendig, mit der Zeit verlieren sich die anfänglichen Zweifel etwas, allerdings geht auch das Spektakuläre verloren. Die Ostergeschichte ist ein Teil von mir, kann ich sie wieder neu entdecken? Berührt werden davon? Das Anliegen ist ernst denn es geht um die Basis meines Glaubens. Ich bin aufgeregt: Gleich werde ich ihm selbst gegenüberstehen.

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Die Begegnung mit Jesus ist ein faszinierendes Erlebnis [Foto: Jens Wätjen]

Am Anfang steht die Einstimmung auf das emsige Treiben einer antiken Großstadt – Jerusalem. Ich höre, wie die Marktfrauen über diesen Jesus reden, begeistert und abwartend. Voller Hoffnung und ängstlich, enttäuscht zu werden. Und dann werde ich Zeuge einer tollen Prozession, Jesus, der König der Herzen, zieht in die Stadt ein, 30 Besucher und ich jubeln ihm zu. Wir haben Palmzweige in der Hand und werfen sie vor ihm auf den Weg, tanzen darüber. Ich merke, dass ich plötzlich nicht mehr Besucher bin sondern Teil der Geschichte, das tut gut. Anschließend nimmt er mit uns Platz am Abendmahlstisch, wäscht einem Besucher unserer Gruppe die Füße, alles ist echt. Wir essen gemeinsam Brot und ich bin ihm nahe. Ein großartiger Mann, dem meine ganze Sympathie gehört. Gerne gehe ich mit ihm raus in den Garten Gethsemane, werde Zeuge davon, wie eine tiefe Zerrissenheit über ihn kommt, wie seine Schmerzen zunehmen. Er muss den wachsenden Widerstand spüren und ahnt sicher die schrecklichen Ereignisse, die kommen werden. Ein bewegender Tanz zeigt den tiefen Kampf zwischen Gut und Böse. Das lässt mich nicht kalt.

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Jesus wurde unfrei und musste Dinge tun, die ihm aufgenötigt wurden [Foto: Kreativ-Agentur Zilly, Remchingen]

Schon bald wird ihm, Jesus, dem Vorbild für Viele, alles weitere aus der Hand genommen. Erschreckend, zu sehen, wie der, dem ich vertraue, die Dinge nicht mehr in der Hand hat. Er muss tun, was andere ihm sagen, Spott und Spucke weisen ihm den Weg. Das tut weh. Eine letzte Hoffnung wird zunichte gemacht: Der römische Statthalter Pilatus findet keine Schuld an ihm und verspürt wenig Lust, ihn töten zu lassen, aber das aufgeputschte Volk sieht es anders. Ein Real-Life-Shitstorm, wie er schlimmer nicht sein könnte, bricht los. Ich fühle die Ungerechtigkeit, die er aushalten musste. Nur 5 Tage ist es her, dass er voller Freude mit “Hosianna”-Rufen begrüßt wurde. Was für ein tiefer Fall! Wie kam der Umschwung? Sabotage, Lüge, Anklage, Schuldzuweisung, alles ohne Rechtsgrundlage. Es gewinnt der, der am lautesten schreit. So war das damals. Das tut mir weh.

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Auf der Müllhalde vor der Stadt wurden Gegenstände und Personen entsorgt, die man nicht mehr benötigte [Foto: Jens Wätjen]

Und jetzt wird’s schmutzig: es geht raus zur Müllhalde. Dort wurden Gegenstände und Personen entsorgt, die man nicht mehr brauchte, Menschen die entwürdigt und entehrt waren. Ich bin Teil davon, trage einen Balken, den er auch tragen musste, der ist sehr schwer. Traurig sitze ich am Müllberg und schaue auf die bewegende Szenerie. Die erste der unsäglichen Abkürzungen, von denen wir heute so viele haben, lautet: “INRI” –  Jesus von Nazareth König der Juden. Und, zynischer geht es kaum, die Krone war aus Dornen gemacht und voller Blut. Mel Gibson lässt grüßen.

Mir haben schon die Blut- und Folterszenen des besagten Films „Die Passion Christi“ nicht gefallen. Sah so die Erfolgsmission Gottes zur Rettung der Menschheit aus? Was genau war hier schief gelaufen? Ein Versager stirbt alleine auf dem Müllhaufen der Geschichte. Ein predigender Zimmermann – keine gute Idee.

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Das Kreuz ist ein einsamer Ort, an dem ich mein Versagen ablegen kann [Foto: Jens Wätjen]

Doch genau hier komme ich wieder ins Spiel, darf im Kreuz-Raum meine Verfehlungen, mein Versagen auf einen Zettel schreiben und am Kreuz ablegen, wenn ich möchte. Seit einer halben Stunde habe ich einen schweren Stein dabei, den es am Eingang gab. Ich darf meine Last am Kreuz ablegen und mit leichtem Gepäck weitergehen. Am Nagelkreuz nehme ich mir einen Nagel, auf dem steht: “Für mich durchbohrt!!”. Mein Versagen hat er getragen, meine Ausraster, meine Lüge, meine Untreue, meine Krankheit und meine Einsamkeit hat er getragen. Hm, das wirkt tief auf mein Herz! Eine unglaubliche, einmalige Botschaft – sie dringt tief in mein Herz ein. Etwas Größeres kann niemand für seine Freunde tun, auf dem Müllhaufen von Jerusalem.

Jesus war genau da gelandet, wo viele Menschen sich selber sehen: Ganz unten, ohne den Hauch einer Chance, da wieder rauszukommen, gefangen in Schulden, Krankheit, Dreck und immer neuen Verletzungen. Weiter geht es durch die Grabanlagen von Jerusalem.

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Am Ende siegt das Leben [Foto: 123rf.com]

Langsam gehen wir an einer Grotte vorbei, in der ein Zettel liegt: Er ist nicht hier!

Kurzes Innehalten.

Jesus ist auferstanden!

Im Auferstehungsgarten geht das Licht auf, ein Brünnlein plätschert, Zitronen wachsen am Baum, das Leben pulsiert. Jugendliche tanzen einen ziemlich jugendlichen Break-Dance und laufen auf uns zu, mit freudenstrahlenden Augen reichen sie uns die Hand:

Er lebt!

Er ist auferstanden!

So genial!

Ein letztes Mal bin ich Teil der Geschichte. Das berührt mich.

FAZIT:

17022456_1411253665564344_6175739532725372003_nDie Passionsgeschichte ist wirklich umwerfend. Wie leicht verliert man im Alltag den Bezug dazu?! Wer die gewaltigen Auswirkungen von Jesus Christus verstehen möchte, der muss ihm begegnen! Nur das Lesen über ihn reicht nicht aus, selbst das Für-wahr-halten seiner besten Zitate reichen nicht aus. Die Ostergeschichte beinhaltet eine Dimension, die es so in keiner andern Story gibt. Sie ist deshalb so irre spannend, weil der Leser/ Zuschauer/ Besucher plötzlich, auf geheimnisvolle Weise, ein Teil von ihr wird.

Mir ging es genauso, ich wurde schon nach wenigen Minuten ein Teil der Geschichte, ja sogar ein wichtiger Teil: Der Grund, warum dies alles geschehen ist!

Das geht weit über jedes Improtheater, über jeden Facebook-Mechanismus und über jede Reality-Serie hinaus! Interaktion ist heute etwas sehr modernes. Wir beginnen uns gerade von der Eindimensionalität der Massenmedien zu verabschieden, die uns viele Jahrzehnte in ihren Bann zogen. Individualität und Interaktion sind angesagt und super modern. Es ist schwer vorstellbar, dass die Bibel hier ein Szenario zu bieten hat, das uns gleichzeitig anspricht, einbindet und eine Antwort erwartet. Wie stehe ich dazu? Wie stehen Sie dazu?

Der Höhepunkt der Weltgeschichte enthält alles, was wir modernen Menschen suchen: Liebe, Hass, Verachtung, Wertschätzung, Verunsicherung, den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse sowie eine göttliche Mission, die über Jahre aufgebaut wird und im entscheidenden Moment zu scheitern droht. Leidenschaftliche Liebe, Enttäuschungen, Blut, Tränen, Spott, zerstörte Träume, ein Weltstar auf dem Müllhaufen und mittendrin: ICH!

Ich möchte Sie ermutigen, auch mal in so einen Ostergarten zu gehen. Nutzen Sie die Zeit vor Ostern.

Sie sind ein wichtiger Teil davon!

Was aussieht wie eine etwas wilde Geschichte, hat die Macht, unsere Herzen zu verändern!

Es ist Ihre Geschichte. Sie kommen darin vor, und ich auch.

Diese Geschichte ist eins der wunderbarsten Geschenke, das Ihnen jemals eine Person gemacht hat und besondere Geschenke würdigt man, indem man sie ausgiebig anschaut.

Lassen Sie die Geschichte, in der es um Sie geht, wirken, werden Sie Teil davon. Kosten Sie die Früchte Jerusalems, hören Sie sich an, was der predigende Zimmermann zu sagen hat und lassen Sie es zu, dass diese Geschichte Ihre Sinne erreicht.

Egal, wie sehr Sie bisher geglaubt haben, Ihr Glaube wird nachher tiefer sein als vorher, glauben Sie mir. Die Faszination von Ostern lebt! Geben Sie ihr Raum!

Hier gibt es Gelegenheit dazu: http://www.stuttgarter-ostergarten.de/

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Osterzeit!

Ihr Jens Wätjen

veröffentlicht im März 2017 durch Jens Wätjen

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