Der radikale Umbau des Christentums

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Alle modernen Unternehmen werden von Zeit zu Zeit re-launcht und neu erfunden. Damit können sie weiter erfolgreich am Markt agieren und sichern sich die eigene Zukunft. [Foto: 123rf.com]

[Lesezeit ca. 9 Minuten]

Ich sitze, zusammen mit meinen Kollegen, bei einer Betriebsversammlung. Etwa 90 Mitarbeiter arbeiten mit mir in dieser modernen Kommunikationsfirma, einem Radiosender. Seit vielen Jahren ist er am Markt. In den nächsten Wochen wird er, bei laufendem Betrieb, umgebaut werden. „Relaunch“ nennt man das auf Neudeutsch. Neben dem normalen Tagesgeschäft wird intensiv an der Zukunft geschraubt. Manche Prozesse und Abläufe sind nach über zwei Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß. Wir erreichen die Menschen nicht mehr optimal.

Wir könnten jetzt auf die Menschen schimpfen und uns aufregen, den Hörern die Schuld zuweisen. Ob wir dadurch weitergekommen wären? Wahrscheinlich nicht. In einigen Jahren hätten wir vielleicht den Betrieb herunterfahren müssen. Es ist normal, dass heutzutage alle modernen Firmen von Zeit zu Zeit die wichtigsten Prozesse auf den Prüfstand stellen und sich, sozusagen, neu erfinden. Strukturen können verkrusten. Was noch vor ein paar Jahren sinnvoll war, ist heute nutzlos und kostet nur Zeit und Nerven.

Ein total verrückter Gedanke

Während ich den interessanten Ausführungen des externen Mitarbeiters (Coach) folge, kommt mir ein total verrückter Gedanke:

Was ist eigentlich mit dem größten Kommunikations-Unternehmen der Welt, das etwa 2,4 Milliarden (!) Mitarbeiter hat und bereits seit 2.000 Jahren am Markt ist? Seit vielen Jahrzehnten bin ich gläubiger und bekennender Christ und gehöre dieser Firma, dem Christentum, von ganzem Herzen an und bekenne mich gerne dazu.

Wäre es nicht auch hier an der Zeit, alte Strukturen zu überarbeiten, sie auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen, ob die Dinge, die man so tagein, tagaus tut, überhaupt noch sinnvoll sind? Vielleicht gibt es auch hier einige Strukturen, die früher einmal einen Sinn gehabt haben und heute nur noch Zeit und Nerven kosten? Vielleicht hat sich auch hier das Umfeld verändert?

Wie baut man ein gigantisches Unternehmen um?

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Wer sollte der Coach sein, beim Umbau eines derart gigantischen Unternehmens? [Foto: 123rf.com]

Wahrscheinlich ist das so. Wohl niemand würde leugnen, dass das Christentum Erneuerung benötigt. Aber was sollte der Maßstab für so einen Relaunch sein? Wer sollte der Coach sein? Wie baut man ein gigantisches Unternehmen, das mit seinen Filialen die ganze Erde umfasst und auf allen Kontinenten unterwegs ist, bei laufendem Betrieb, um?

Es gibt nicht wenige Hindernisse. Die Mitarbeiter in diesem Unternehmen sind so unterschiedlich wie nur irgend möglich. Sie stammen von allen Kontinenten dieser Welt, aus allen gesellschaftlichen Schichten und haben unterschiedlichste Gründe, ihren Glauben zu leben. Nicht immer war ihr Umgang von Nächstenliebe und Brüderlichkeit geprägt. Die Historie ist belastet, es sind Fehler gemacht worden.

Die größte Relaunch der Weltgeschichte? – läuft!

Es ist absolut erstaunlich und unglaublich, aber das, was unbedingt geschehen muss, geschieht bereits. Das Christentum erneuert sich gerade, während Sie diesen Artikel lesen. Für Viele scheint das ausgeschlossen und dennoch ist es so. Vielleicht haben Sie, lieber Leser, das Christentum aufgegeben und doch gibt es Grund zur Hoffnung. Überall, in Afrika, in Asien, in Zentralamerika geschehen Dinge, die wir niemals für möglich gehalten hätten.

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Das weltweite Christentum wird gerade, bei laufendem Betrieb, umfassend umgebaut. Eine Herkulesaufgabe! [Foto: 123rf.com]

Auch in Amerika und Europa wird es immer mehr. Ein gewaltiger Erneuerungsmotor hat seine Betriebstemperatur erreicht. Hunderte Millionen Gläubige sind betroffen. Der christliche Glaube hat sich in den letzten Jahren sehr verändert.

Viele Christen gehen wieder gerne zur Kirche, singen die Lieder aus vollem Herzen. Das hört man irgendwie. Sie kennen das vom Gospel: ein Lied, das mit Überzeugung und Begeisterung gesungen wird, hört sich anders an als Lieder, die pflichtbewusst vom Blatt abgesungen werden.

Gott ist wieder da!

Gott ist wieder da! Er hat seine Sprache und die Christen haben ihren Glauben wiedergefunden. Nicht alle und nicht überall aber es werden täglich mehr. Ihre Augen leuchten wenn sie von Gott erzählen wie von einem Freund. Er wird im Volk wieder gefeiert und seine Regeln werden wieder akzeptiert. Er erreicht die Menschen wieder und hat mit ihrem Alltag zu tun. Für Viele ist er wieder der Power-Gott, der Kraft hat, vor Unfällen und Krankheiten zu schützen und ausweglose Situationen zu wenden. Er verleiht ihnen Kraft, das Schreckliche durchzustehen. Es ist ein tiefer Glaube, eine Überzeugung tief im Herzen, eine kraftvolle „Spiritualität“ nennt man das heute.

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Wie eine Raupe sich eine Zeitlang verpuppt und als Schmetterling wieder auftaucht, so geschieht gerade eine wundersame Transformation der größten Weltreligion mit ihren 2,4 Milliarden Gläubigen. Vielen Gläubigen ist nicht klar, was auf sie zukommt. [Foto: 123rf.com]

Ein umfassender Erneuerungs-Prozess 

Dieser Blogbeitrag beschreibt nichts Geringeres als die größte Verwandlungsaktion der Menschheitsgeschichte. Wie eine Raupe sich eine Zeitlang verpuppt und dann irgendwann als wunderschöner Schmetterling wieder auftaucht, so geschieht gerade eine wundersame Transformation der größten Weltreligion mit ihren 2,4 Milliarden Gläubigen:

★ Es ist eine diffizile Operation am offenen Herzen, wie es sie noch nie gegeben hat.

★ Der größte Relaunch der Geschichte

★ Ein überdimensionales Software-Update mit völlig neuen Funktionen für die Kirche

★ Es ist die Fortführung der Reformation ohne Thesen aber mit viel Kraft

★ Das Christentum erfindet sich neu

★ Der Staub der Geschichte wird weggeblasen

★ Freude und Be-Geisterung ziehen ein

★ Der spannendste Teil der Kirchengeschichte hat begonnen

★ Priester rocken am Altar und beten zusammen mit freikirchlichen Pastoren.

Aber wie sieht diese Zukunft aus? Es gibt einige praktische Beispiele, die zukünftige Entwicklungen deutlich machen.

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Gottesdienste werden sich in Zukunft etwas verändern. [Foto: Gospel Forum Stuttgart]

Die Gottesdienste der Zukunft

Tausende Menschen begrüßen sich herzlich, klatschen nach einem gelungenen Auftritt der Band und lauschen gebannt einem Vortrag in einer großen, zweckmäßigen Veranstaltungshalle. Der Sprecher läuft auf der Bühne hin und her und gestikuliert. Er spricht schnell, hat ein Anliegen, er will seine Zuhörer überzeugen, fast wie in einer politischen Diskussion. Ab und zu macht er einen Spaß, flirtet mit dem Publikum. Die Menge lacht und folgt ihm gespannt mit ihren Blicken. Die meisten finden gut, was er sagt, einige sind skeptisch. Insgesamt ist es eine richtig positive Atmosphäre und ansteckende gute Laune.

High-Tech im Namen des Herrn

Heute wird von iPads gepredigt. Die Predigten werden in verständlicher Umgangssprache gehalten und die dort behandelten Themen sind nahe am Alltag der Gläubigen. Liedtexte werden an die Leinwand gebeamt. Gottesdienste werden per Live-Stream tausendfach in alle Welt übertragen. Für Fragen und Nöte der Internetgemeinde stehen Seelsorger im Live-Chat zur Verfügung. Durch Facebook werden Interessierte auf eine Gemeinde aufmerksam und auf Youtube werden die Predigten vom letzten Sonntag tausendfach angeklickt. Es gibt heute Kirchenmusik-Bands, die große Veranstaltungsarenen füllen, bei Ticketpreisen um 40 EUR. Wer hätte das gedacht?

Futuristische Beispiele für die Christen der Zukunft:

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In Dallas, USA, wurde am Ostersonntag 2013 das modernste und teuerste Gemeindezentrum der Neuzeit eingeweiht. Das Zentrum der First Baptist Church erstreckt sich über 1 Mio. Quadratmeter und hat satte 130 Mio. US-Dollar gekostet. [Foto: Prism Electric ]

In Dallas, USA, wurde am Ostersonntag 2013 das modernste und teuerste Gemeindezentrum der Neuzeit eingeweiht. Das Zentrum der First Baptist Church erstreckt sich über 1 Mio. Quadratmeter und hat satte 130 Mio. US-Dollar gekostet. 3.000 Gottesdienstbesucher können dort, mithilfe neuster Technologie, gleichzeitig Gott anbeten. Im Foyer prägt ein herrlicher Springbrunnen das Ambiente. Rolltreppen führen zu den oberen Etagen des Gottesdienstsaals. Auf einer 45 Meter breiten Video-Wand können in IMAX-Qualität Filme und Einspieler gezeigt werden. Dr. Robert Jeffress, Pastor der Gemeinde sagte bei der Eröffnung, dass die Gemeinde den Traum hatte, eine moderne christliche Oase mitten in der Innenstadt von Dallas anzubieten.

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Das Gemeindegebäude der RCCG-Gemeinde („The Redeemed Christian Church Of God“) in Lagos, Nigeria, von Pastor E. A. Adeboye ist 1,4 Km lang. [Foto: Contemporary Christian Lifestyle Magazine]

Nicht ganz so luxuriös aber weitaus Massen-tauglicher ist das größte Kirchengebäude der Welt in Lagos, Nigeria. Das Gemeindegebäude der RCCG-Gemeinde („The Redeemed Christian Church Of God“) von Pastor E. A. Adeboye ist 1,4 Km lang, alleine der Altarraum ist 2.000 m² groß und zum Chor gehören 1.000 Sänger. Das Gebäude bietet bis zu 2 Mio. Menschen Platz, wird regelmäßig aber „nur“ von etwa 1 Mio. Menschen genutzt und ist überwiegend mit Plastikstühlen und Holzbänken ausgestattet. Diese Gemeinde hat ihre eigenen Banken, ein Elektrizitäts-Werk, eine Feuerwehr und christliche Straßennamen wie Joy-Road oder King-of-King-Street. Aber nicht nur in Nigeria, auch in Südkorea, Indien und Brasilien gibt es gewaltige Mega-Gemeinden mit zig-tausenden und manchmal hunderttausenden Mitgliedern und Besuchern.

Das Christentum wächst massiv – auch unter Verfolgung

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In China ist es, aufgrund der politischen Situation, nicht möglich, sich in riesigen Gemeinden zu tausenden zu treffen. So gibt es flächendeckende, engmaschige Netze von Hauskirchen mit. [Foto: Koptisch.wordpress]

Der deutsche Pastor Peter Wenz aus Stuttgart erzählte im März 2013 von einem Treffen mit etwa 100 Pastoren schnell wachsender Gemeinden weltweit. Hier einige Ausschnitte aus dem, was weltweit gerade geschieht: Die Gateway Church in Texas, USA, ist in 12 Jahren von 70 auf über 22.000 Mitgliedern gewachsen. Ein Pastor aus Brasilien hat vor 6 Jahren eine Gemeinde im Amazonasgebiet gegründet, die inzwischen bereits über 60.000 Mitglieder hat. Sie umfasst mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Stadt, in der sie ihren Sitz hat. Oder: Ein indischer Pastor leitet seit vielen Jahren ein Hauskirchen-Netzwerk mit über 100.000 Mitgliedern und ist nun dabei, es an die nächste Generation, seinen Sohn, zu übergeben.

Massimo Introvigne, direttore Centro Studi Nuove Religioni, autore de “Preti pedofili. La vergogna, il dolore e la verità sull’attacco a Benedetto XVI”
Der katholische Soziologe Massimo Introvigne sprach Anfang März 2013 von ca. 6 Mio. Konversionen allein in Afrika, von Moslems, die Christen werden. [Foto: santamariaelemosina.wordpress.com]

Aber nicht nur in christlichen Ländern wächst das Christentum in Größenordnungen, auch in der hinduistischen, buddhistischen und besonders auch in der islamischen Welt können die Jünger Jesu kräftig zulegen. Der katholische Soziologe Massimo Introvigne zitierte Anfang März 2013 den moslemischen Leiter einer Ausbildungsstätte für Imame und Koranprediger, Scheich Ahmad Al-Qataani. Der hatte im Fernsehsender Al-Jazeera von jährlich ca. 6 Mio. Muslimen allein in Afrika gesprochen, die Christen werden. Nach Introvignes Einschätzung sind diese Zahlen realistisch. Auch in anderen islamischen Gegenden der Welt würden Moslems massenweise zum Christentum konvertieren, so Introvigne.

Eine gute Zukunft wegen Mission

Apropos Konversion, noch nie wurde so offen und in so großer Zahl für die Entscheidung zum christlichen Glauben geworben. Es gibt sogenannte Evangelisten, die gewaltige Großveranstaltungen durchführen, um den Zugang zu diesem Glauben zu vermitteln. Einige von ihnen mobilisieren Hunderttausende, pro Veranstaltung, wohlgemerkt. Diese Leute bewegen ähnlich viele Gläubige wie der Papst wenn er ein Land besucht. Durch diese, immer effektiver werdende, Arten der Glaubensverkündigung kommen heute sehr viele Menschen mit dem Christentum in Kontakt und viele entscheiden sich, diesen Glauben zur Richtlinie ihres Lebens zu machen.

Der Wandel als Groß-Chance

Auch Religions-Wissenschaftler beschäftigen sich seit Jahren zunehmend mit diesem Trend, den langezeit keiner erwartet hat. Afrika und Lateinamerika sind die Schwerpunkte! Und auch in Asien gibt es Staaten, in denen das Christentum stark expandiert. In China beispielsweise, gibt es heute etwa 20-mal so viel Christen wie vor 60 Jahren. Vermutlich sind es heute über 100 Millionen und damit mehr als die Kommunistischen Partei Chinas Mitglieder hat. (Quelle: „Times“, Jane MacArtney, 26.02.09, „Beijing holds secret talks with banned churches as 100 million defy party rules“). Hier geht die Bewegung sehr in die Breite. Aufgrund der politischen Situation ist es nicht möglich, sich zu tausenden zu treffen und so gibt es flächendeckende, engmaschige Netze von Hauskirchen mit – ebenfalls zigtausenden und manchmal hunderttausenden Mitgliedern und Besuchern.

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Das Evangelische Missionswerk in Deutschland schreibt von „weitreichenden Transformationsprozessen“ der afrikanischen Christen. Hier eine Aufnahme einer christlichen Missionsveranstaltung in Ogbomosho, Nigeria. [Foto: The Breaking Times]

Evangelische Kirche spricht von „Charismatisierung“ der Christenheit

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland beschreibt in seinem Jahresbericht 2011 Dimensionen von historischem Ausmaß. Es gibt nur ein Wort, das gewaltig genug ist, um auszudrücken, was gerade geschieht: „Reformation“: „Das Christentum in Afrika befindet sich in weitreichenden Transformationsprozessen, die Forscher als „Afrikanische Reformation“ beschreiben. … Während in diesem Umfeld die Charismatisierung der mit europäischen Kirchen verbundenen Partnerkirchen gewachsen ist …“ (Quelle: Jahresbericht 2011 des Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW), vorgetragen vor der Synode der EKD am 05.11.2011, S. 34)

„Charismatisierung“ heißt das Zauberwort. Der sogenannte charismatische Glaube ist modern, selbstbestimmt, gesellschaftlich relevant und verzeichnet eine gewaltige Nachfrage. Freikirchen, insbesondere die charismatische Ausprägung davon, gelten weltweit als Motor dieser Entwicklung, sie wachsen mit ca. 2.43 % pro Jahr. 1970 gab es ca. 60 Mio. Pfingstler und Charismatiker und heute gibt es über 600 Mio., etwa ein Viertel der Christenheit. (Quelle: Gordon-Conwell Theological Seminary, South Hamilton, Massachusetts, „Status of Global Mission“, 2015, in the Context of AD 1800–2025)Selbst Kritiker sprechen anerkennend von einer „weltweiten Erfolgsstory“ (Hempelmann).

Der ehemalige EKD-Chef Dr. Wolfgang Huber nahm die Entwicklung sportlich. Er sagte: „unabhängig davon, wie schnell und intensiv die Pfingstler ihre Präsenz bei uns verstärken können, müssen wir als evangelische Kirche schon vorher die Sehnsucht der Menschen verstehen und aufnehmen, die die Pfingstkirchen ansprechen. (…) An diesem Punkt kann man von den Pfingstkirchen lernen. Deren Gottesdienste sind oft näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen als unsere Gottesdienste.“ (Quelle: Dr. Wolfgang Huber in „Zeitzeichen“, Ausgabe 10-2009)

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Auch in Deutschland werden seit Jahren neue, große Gemeindezentren gebaut, in Berlin, Stuttgart, Hamburg, Kassel, München, Osnabrück und vielen weiteren Städten entstanden Zentren oder sind solche geplant, die hunderten und tausenden Gläubigen Platz bieten. [Foto: Gospel Forum]

Wandel auch in Deutschland

Auch in Deutschland werden seit Jahren neue, große Gemeindezentren gebaut, in Berlin, Stuttgart, Hamburg, Kassel, München, Osnabrück und vielen weiteren Städten entstanden Zentren oder sind solche geplant, die hunderten und tausenden Gläubigen Platz bieten und damit Dimensionen erreichen wie in einem Dom oder einer Kathedrale.

Der freikirchliche Pastor, Wolfgang Kraska aus Karlsruhe, beschreibt die Entwicklung so: „Am Rande des Neubaugebiets oder im Industriegebiet entstehen neue Gemeinden. Überall. Im ganzen Land. Zu hunderten. Und manche von ihnen sind richtig groß. Ihre Häuser sind so ganz anders als die historischen Kirchen und auch anders als die Betonkirchen der Nachkriegszeit. Nicht immer Kunstwerke und Glanzlichter der Architektur. … Das Foyer hat nicht nur eine technische Funktion als Windfang. Vielmehr kommt ihm eine zentrale Bedeutung als Ort der Begegnung zu. Man sieht Jugendliche und viele junge Familien. Die jungen Leute, denen niemand mehr zugetraut hat, dass sie in einen Gottesdienst gehen, sie kommen nicht nur, sie machen begeistert mit. (Quelle: Zeitschrift „Christsein heute“ Ausgabe 01/ 2013; Artikel „Die Zukunft ist freikirchlich!“)

2014-09-28 15.19.40-2FAZIT: Die weltweite Christenheit befindet sich in einem gigantischen Wandel, der ursprünglich von Freikirchen ausging und auf die klassischen Kirchen überschwappte. Nach jahrelangem Bekämpfen charismatischer Freikirchen hat bei ihnen ein Umdenken eingesetzt. Sie beobachten genau, was in ihren Partnerkirchen in Afrika und Mittelamerika geschieht und können sich dem nicht mehr verschließen. Die Globalisierung wird zum Segen für die Erneuerung der gesamten Christenheit.

Wir stehen mitten in diesem Erneuerungs-Prozess und auch in Deutschland spürt man immer mehr davon. Die Volkskirchen beginnen sich zu ändern und auch wieder zu füllen. Dies ist ein historischer Moment, denn die Erneuerung sprengt Kirchengrenzen und wird ein globaler Prozess. Klar haben die evangelische und die katholische Kirche Beschränkungen. Durch ihre Gebäude und ihre Theologie sind sie nicht ganz so flexibel aber man sollte die traditionellen Kirchen nicht unterschätzen. Wie es hier weiter geht, wird die Zukunft zeigen. Es ist spät, aber noch nicht zu spät.

Ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Tag!

 veröffentlicht im September 2015 durch Jens Wätjen

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2 Gedanken zu “Der radikale Umbau des Christentums

  1. Ich glaube, dass die Christenheit sich tatsächlich erneuert, auch der Glaube im Aufschwung ist, nicht aber die Kirchen, die sind im Abschwung, weil sie ihre Lehre nicht erneuern wollen und das niemandem mehr zu verkaufen ist.

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  2. Nichts neues unter der Sonne! Es ist kein update sondern ein Reset. Und… Es geschieht immer wieder, seit tausenden von Jahren, an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten auf der gesamten Welt…

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