Deep-Dating mit Gott – eine Dokumentation

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Wer sich Zeit für die persönliche Begegnung mit IHM nimmt, der wird den Kontakt mit Gott als zutiefst befriedigendes Erlebnis erfahren [Foto: Daniel Urban, http://www.danielandhanna.com]

Wir kommunizieren heute mit unseren Freunden per E-mail, SMS, Whatsapp oder im Chat, das ist ohne Frage, angenehm.

Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben müssen wir uns jedoch persönlich treffen, uns zusammensetzen und miteinander reden. Wir sind so angelegt. Wer das nicht beachtet, der kann inmitten seiner virtuellen Freunde emotional verhungern!

So ist es auch mit Gott. Ein Stoßgebet hier, eine nette Bibelstelle dort, das alles ist schön und gut aber die wirklich wichtigen Dinge brauchen Zeit und eine persönliche Begegnung mit IHM, für die wir uns Zeit nehmen. Wir sind so angelegt. Wer das nicht beachtet, der kann inmitten von Bibelwissen und seinem allgemeinem Glauben emotional verhungern! Er wird Gott als distanziert, uninteressiert und fern erleben und immer weniger Zugang zu ihm haben.

Ähnlich wie in einer Ehe profitiert die Beziehung zu Gott von der Zeit, die wir investieren. Wir brauchen diese Begegnungen mit Gott immer wieder frisch!

Die Begegnung mit Gott verleiht Flügel  

Ein enger Kontakt zu Gott verleiht Flügel – und viel Kraft. Millionen erneuern heute ihren Glauben – überall, in jeder Kirche, in jeder Region dieser Welt. Es entsteht gerade ein mächtiges Momentum, das die Christenheit stark verändert.

Aber wie hat diese gewaltige Bewegung eigentlich angefangen? Wie bekommt man diesen tiefen Zugang zu Gott, der uns so motiviert? Die Geschichte des Deep-Datings mit Gott ist, nun ja, sagen wir mal, SEHR lang. Schon Adam und Eva hatte im Garten Eden immer wieder diese Meetings. Und tausende Jahre Kirchengeschichte sind ebenso voll davon, inmitten von allen menschlichen Fehlern und schrecklichen Ereignissen.

Vor etwa 110 Jahren jedoch hat diese Nähe Gottes eine neue Dimension erreicht und das hatte etwas mit einem bis dahin verschütteten Geheimnis der ersten Christen zu tun. Millionen Menschen sind bis heute davon inspiriert worden. Aber lies selbst:

Wie Gott tiefere Begegnungen schenkte – eine Dokumentation

In diesem Haus begann eine beispiellose Liebesgeschichte, die heute die ganze Welt erfüllt [Foto: revival-library.org]

In den Jahren 1906 – 1909 kam es zu Ereignissen, die das Verhältnis der Christen zu ihrem Gott nachhaltig verbessert haben. Etwa 3 1/2 Jahre lang geschahen damals Dinge, die es vorher so in dieser Menge nicht gegeben hatte. Lang genug um eine nicht enden wollenden Prozess in Gang zu setzen, der alle Konfessionsgrenzen gesprengt hat.

Es war, als ob Gott sich nach intensiveren Begegnungen mit seinen Gläubigen sehnte. Ich dokumentiere hier, was damals geschah:

Der Abend des 09. April 1906 sollte ein historischer Zeitpunkt für die Christenheit werden. Eigentlich begann der Tag jedoch ganz normal, es war ein warmer Frühlings- Montag, wohl um die 20°C, wie es viele in der Metropole Los Angeles gibt. Die Stadt hatte damals etwa 250.000 Einwohner (heute: ca. 3,8 Mio.). Nur wenige Tage vor Ostern war der einäugige Prediger William Seymour (*02.05.1870 – †28.09.1922) dort unterwegs um Freunde zu besuchen, die Familie Asbury. Sie hatte wieder zu einem Gebetstreffen eingeladen. Auch an anderen Orten in Los Angeles fanden zu dieser Zeit vermehrt Gebetstreffen statt, die vor allem ein Ziel hatten – Gott konkreter und stärker zu erleben. Erwartung lag über der Stadt, die von Vorgängen im fernen Wales (Europa) inspiriert war.

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Der Prediger William Seymour hat viel in Bewegung gebracht. Die Auswirkungen seines Wirkens sind bis heute enorm! [enrichmentjournal.ag.org]

Seymour hatte in einer Bibelschule eins der Geheimnisse der Christenheit studiert – die geheimnisvolle Gebetssprache der ersten Christen. Vereinzelt hatten Schüler dort berichtet, wie sie diese Gebetssprache empfangen hatten. Dieses „Sprachengebet“ („Glossolalie“) wird den Gläubigen von Gott geschenkt wenn sie darum bitten. Sie erhalten dadurch einen tieferen Zugang zu Gott, so hieß es.

Schwarze und Weiße beten in Einheit  

Das Gebetstreffen begann mit Gesang aus einem guten Dutzend schwarzer und weißer Kehlen (57 Jahre vor Martin Luther Kings Rede „I Have A Dream“). Zunächst unterschied sich der Abend in nichts von den vorigen. Sie lasen in der Bibel und beteten füreinander. Seymour predigte an diesem Abend jedoch über einen speziellen Bibelvers in Apostelgeschichte 2, 4: „ Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen in fremden Sprachen zu reden, so wie der Geist es ihnen eingab.“

Ein krasser Gebetsabend

Während er dann gegen 18 Uhr für einen der Besucher betete, begann dieser plötzlich, stammelnde Laute von sich zu geben. Es wurde still im Raum. Die Augen waren auf Seymour gerichtet. Was waren das für merkwürdige Laute? Seymours Lachen machte ihnen Mut, das war es offensichtlich, wofür sie gebetet hatten.

Die Gläubigen waren nun richtig elektrisiert! Das hatten sie noch nie erlebt. Jetzt versprach der Abend interessant zu werden. Große Freude erfüllte das Haus, die Besucher begannen freudig, laut und aufgeregt zu durcheinanderzurufen, andere liefen durch das ganze Haus. Einige, die das Sprachengebet an diesem Abend praktiziert hatten, berichteten von Gefühlswallungen, großer Freude und sie erlebten „Gottes Wirken“, das leider nicht näher definiert wird.

Am nächsten Morgen sammelte sich schon früh eine Menschenmenge vor der Veranda. Sie beteten Gott an, es waren so viele, dass man schier nicht durchkam. Die Versammlung ging also weiter, im Freien, 3 Tage und Nächte lang, ohne Pause. Hunderte wendeten sich in dieser Zeit Gott zu und wollten von da an verbindlich mit ihm leben. Unzählige Gläubige hatten das geheimnisvolle Sprachengebet von Gott in dieser Zeit geschenkt bekommen.

Erweckungszentrum in der Azusa-Straße; hier fand die erste Ausgießung des Heiligen Geistes in der Neuzeit statt, eine alte Bretterbude voller Herrlichkeit [Foto: revival-library.org]

Die Versammlung wuchs rasch 

Der Bereich vor der Veranda von Familie Asbury war schnell zu klein geworden, bereits Mitte April wurden andere Räume gesucht und bald auch gefunden – ein unwirtlicher Ort: in einem heruntergekommenen Holzbau ohne Fußboden, der vorher auch als Stall gedient hatte. Die Wände waren mit Rauch von einem Brand überzogen, der Preis: 8 Dollar pro Monat, die Adresse: Los Angeles, Azusa Street 312.

Am 14. April, dem Samstag vor Ostern, fand, nach einem kurzen Umbau, in diesem Gebäude der erste Gottesdienst mit etwa 100 Besuchern statt. Diese Adresse sollte während der nächsten ca. dreieinhalb Jahre zu einem Wallfahrtsort von Christen aus aller Welt werden.

Nach nur wenigen Monaten war die durchschnittliche Besucherzahl auf 1.300 angewachsen. Gottesdienste fanden dreimal täglich und siebenmal die Woche statt. 800 Besucher waren drinnen und 500 draußen, vor der Tür. So wurden pro Woche etwa 30.000 Menschen erreicht, 140.000 pro Jahr, eine halbe Million Besucher aus aller Welt über den gesamten Zeitraum. Nie wurden die Räume ganz leer, stets waren Gläubige beim Beten und Anbeten, rund um die Uhr war hier etwas los.

Die Auswirkung: Ein tieferer Zugang zu Gott

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Viele Besucher waren zutiefst berührt und hatten danach einen tieferen und emotionaleren Zugang zu Gott. [Foto: 123rf.com]

Was hat diese Menge Menschen angezogen? Besucher beschreiben die Atmosphäre vor Ort als sehr ruhig, bewegend. Gänsehaut-Gefühl, oft ohne dass jemand etwas sagte. Besondere Lieder die von seltsamen Stimmen begleitet wurden, ohne dass ein Chor gesungen hätte – einige sprechen von Engelsgesang.

Es war eine besondere, ehrfürchtige Erwartung, dass der Gott des Himmels selber anwesend und spürbar sei. Viele Besucher waren zutiefst berührt und hatten danach einen tieferen und emotionaleren Zugang zu Gott. Sie sagten, dass sie Gott ganz nah gekommen seien und dass dieses Erleben seine Gegenwart sie verwandelt habe.

Ein Jude, der gekommen war, diese merkwürdigen Gottesdienste etwas unter die Lupe zu nehmen war von einem amerikanischen Mädchen, Kathrin Scott, auf Hebräisch angesprochen worden. Sie hatte seinen Namen und seinen Beruf genannt und ihn darauf angesprochen, was er vorhatte ohne dass sie das wissen konnte. Zudem hatte sie ihn aufgefordert, umzudenken. Der Besucher war völlig fassungslos gewesen und zitterte am ganzen Körper als er merkte, was da eigentlich geschehen war. Das Mädchen hatte seine Sprache nämlich nie gelernt.

In den oberen Räumen wurden viele Krücken von Menschen aufbewahrt, die von ihren Krankheiten geheilt worden waren. Sie hatten sie einfach dagelassen. Auch aus dem Ausland und Europa hatten Gläubige sich auf den Weg gemacht, um selber daran Anteil zu haben. Das Sprachengebet nahmen sie mit in ihre Länder und reichten es dort weiter.

Das spektakuläre Wirken des Heiligen Geistes erreicht Europa

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Der norwegische Pastor Thomas Ball Barrat brachte das Sprachengebet nach Europa. [Foto: ringsakerpinsemenighet.com]

Noch im Dezember des ereignisreichen Jahres brachte der norwegische Pastor Thomas Ball Barrat das Sprachengebet nach Europa. Eigentlich war er in die USA gereist um Spenden für seine Gemeinde in Oslo zu sammeln.

„Zufällig“ war er dabei über die Geschehnisse in der Azusa Street aufmerksam geworden. Spenden hatte er zwar keine ergattern können aber voll Heiligen Geistes kam er im Dezember zurück nach Oslo und machte sich gleich ans Werk. Zu speziellen Heilig-Geist-Versammlungen, die er ab 1907 abhielt, kamen viele Besucher aus ganz Norwegen und aus dem Ausland.

Begegnungen mit Gott in Deutschland

Bereits 1907 erreichte dieser Aufbruch auch Deutschland. Der Pastor der Hamburger Stadtmission (Stadtmissionar) Emil Meyer war von einem Besuch aus Oslo zurückgekehrt und hatte zwei Norwegerinnen eingeladen, die diese Erfahrung des Sprachengebets gemacht hatten. Agnes Telle und Dagmar Gregersen berichteten in Hamburg vom Sprachengebet. Es kam zu körperlichen Heilungen und die ersten Deutschen erlebten diese besonderen Wirkungen des Heiligen Geistes.

Auch heute ist die Adresse Azusa Street 312 noch weltweit bekannt, obwohl der verkommene Holzbau längst verschwunden ist. [Foto: 312azusa.com]

Allen Beteiligten wurde immer klarer, dass in Los Angeles etwas Besonderes geschehen war. Auch heute ist die Adresse noch weltweit bekannt, obwohl der verkommene Holzbau längst verschwunden ist. Von überall her waren die Besucher damals gekommen und viele von ihnen hatten das mit in ihre Heimat zurückgenommen, weswegen sie gekommen waren: Die lange verschollen geglaubte Gebetssprache als persönliche Segens-Erfahrung.

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In den Jahren 1906 – 1909 gab es eine große Erwartungshaltung in Los Angeles. Die Menschen fühlten sich fern von Gott und sie sehnten sich nach ihm. Sie hatten aus dem fernen Wales gehört, dass Gott persönliche Begegnungen schenkt, die ein Menschenleben prägen können. Es war ihnen als sehnte sich Gott ebenfalls nach mehr Nähe zu ihnen.

Aus dieser Bewegung, die sich zunächst auf einige Freikirchen begrenzte, ist eine gewaltige Erneuerungsbewegung in allen Kirchen und Regionen der Erde geworden. Die Gläubigen sind heute anders als früher, sie haben wieder Freude an ihrem Glauben, sie feiern Gott und haben weniger Zweifel. Ohne Frage wird dieser Aufbruch die Christenheit verändern und der Grund dafür ist ein tieferer emotionaler Zugang zu Gott.

Die wirklich wichtigen Dinge brauchen eben Zeit und eine tiefe persönliche Begegnung mit IHM. Genau so eine Begegnung wünsche ich Dir von Herzen.

veröffentlicht im Mai 2015 durch Jens Wätjen

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Ein Gedanke zu “Deep-Dating mit Gott – eine Dokumentation

  1. Danke für die Übersicht, es tut wieder mal gut, das Wirken des Heiligen Geistes in der Moderne im Zusammenhang zu sehen. 1907 müsste es jetzt weiter gehen mit den Aufbrüchen in Mülheim und Kassel, parallel zum Ganzen die Vorstöße von Schw. Elena Guerra Ende des 19. Jhdts beim Papst und dessen Reaktion zur Jahrhundertwende, und dann 1967 das Überschwappen der Pfingstbewegung in die kath. Kirche und andere, und das Outing von PP. Franziskus auf dem Kongress der charismatischen Bewegung 2014 in Rom. Über den vorerst noch privaten Schulterschluss mit Evangelikalen und Pfingstkirchlern wundere ich mich nicht mehr – oder ist es ein Wunder? Nach Evangelii Gaudium Nr. 3 hatte ich mir sowas schon gedacht… Wahnsinnig spannend der Hl. Geist!

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